Die IG Arbeit im Haus Bruchmatt

Nicht nur der Schriftzug „Seminarhaus Bruchmatt“ hat sich eingefügtam Eingang des Gebäudes, auch das Team von Fachpersonen und Mitarbeitenden ist hier längst angekommen und führt den Gästebetrieb mit Freude und Engagement. LesenSie das Interview mit Judith Seeberger,Leiterin des Seminarhauses.
Schon fast 3 Jahre führt die InteressenGemeinschaft IG Arbeit denBetrieb im Seminarhaus Bruchmatt.Wie hat sich für dich und die IG Arbeit dieser Übergang gestaltet?JS: Es war sicher eine grosse Herausforderung; einerseits konnten wir viel von denSchwestern übernehmen, andererseits mussten wir alle Arbeits- und Organisationsabläufefür uns und unsere Mitarbeitenden passendkonzipieren. Im Vordergrund steht die Begleitung, die Anleitung und die Befähigung unserer Mitarbeitenden und Klienten.Wir haben den Betrieb ohne Übergangszeit übernommen. Das war eine intensive Zeit für uns Fachpersonen aber auch für unsere Mitarbeitenden. Aberes hat sich alles gut eingespielt, die Auslastung wird kontinuierlich ausgebautund unsere Mitarbeitenden arbeiten gerne im Seminarhaus Bruchmatt.Judith Seeberger  6
Ihr habt zwei Arten von Gästen oder Kunden: an erster Stelledie Mitarbeitenden, die Menschen mit einer Leistungsbeeinträchtigung, deren Wohl euch genauso wichtig ist wie jeneseurer Gäste. Was sind die Herausforderungen dabei?JS: Wir sind mit dem Seminarhaus Bruchmatt ganz bewusst nahe am erstenArbeitsmarkt, also in einem realen Arbeitsumfeld. Eine grosse Herausforderung ist es, diesen Druck und die Hektik nur so an unsere Mitarbeitenden heran zu lassen, dass es sie zwar fordert, aber nicht überfordert. Sicher ist das Wohlwollen gerade unserer Seminargäste da eine willkommene Unterstützung. Nicht selten erhalten wir die Rückmeldung, dass gerade dieses umsichtige Zusammenarbeiten, das ruhige Führen unserer Mitarbeitenden eine Ruhe mit sich bringt, von dem sie als Seminargäste auch profitieren.
Welches Publikum für das Seminarhaus sprecht ihr an?JS: Es sind dies einerseits die Seminarveranstalter: seien dies Anbieter auskirchlichen Kreisen, aus städtischen und kantonalen Verwaltungen oder professionelle Seminarveranstalter. Es werden Kurse und Seminare unterschiedlichster Natur durchgeführt.Andererseits aber natürlich auch Hotelgäste, die ein paar Tage in der schönenStadt Luzern verbringen möchten.Grundsätzlich fühlen sich alle Gäste bei uns wohl, die die gute Lage, denwunderschönen Garten, aber auch diese gewisse Einfachheit des Angebotesschätzen. Und dabei gleichzeitig nicht auf ein professionelles Angebot verzichten müssen.
Gewisse Räume nutzt ihr gemeinsam, die Kapelle wird vonden Schwestern belebt, der Garten wir von ihnen unterhalten. Wie gestaltet sich das „Zusammenleben“ unter einemDach?JS: Es war am Anfang gerade für dieSchwestern nicht immer einfach, ihrHaus in neuen Händen zu sehen. Vieleswird anders erledigt, gewohnte Abläufe sind anders geworden. Aber wir pflegen eine sehr gute Kommunikation mit den Schwestern, haben gewisse Zuständigkeiten klar geregelt und dadurch können auch anfallende Fragenoder Probleme gut gelöst werden. Unserprimäres Ziel ist es, das Haus und dieSommeranlass Schwestern - IG Arbeit  7
Räumlichkeiten in dem sehr guten Zustand zu erhalten, in dem es uns dieSchwestern übergeben haben.
Wir sehen Gäste aus aller Welt ankommen und abreisen. Woher kommen die Leute, wie lange bleiben sie?  JS: Die Seminargäste sind mehrheitlich aus der Schweiz; ganz anders siehtdas bei den Hotelgästen aus: Europäische Gäste auf der Durchreise NordSüd, viele Asiatische Gäste - hier vor allem aus China – aber auch Australier,Kanadier, Südamerikaner finden den Weg ins Seminarhaus Bruchmatt. Diedurchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 1-2 Tage, ganz typisch für ein Hotel in einer Stadt wie Luzern. Die Belegung unterliegt saisonalen Schwankungen und ist sicher über die Sommermonate am besten; aber selbst in denMonaten November – März hat es immer einige Hotelgäste bei uns. Dies istgerade während den Seminar-schwachen Zeiten ein willkommener Ausgleichfür die Vielfalt an Arbeit für unsere Mitarbeitenden.
Was wünschst du dir für die Zukunft für den Betrieb?JS: Vorab wünsche ich mir natürlich, dass wir den Betrieb im SeminarhausBruchmatt weiter führen dürfen. Wir alle fühlen uns wohl hier und sowohl wirFachpersonen als auch die Mitarbeitenden schätzen diesen besonderen Arbeitsplatz, die schöne Lage und die gute Atmosphäre im SeminarhausBruchmatt.Dann wünsche ich mir natürlich, dass wir den Betrieb weiterhin erfolgreichund zur Zufriedenheit aller betreiben können und noch viel mehr Gäste denWeg zu uns ins Seminarhaus Bruchmatt finden werden.
Vielen Dank, Judith, für das Gespräch!
Judith Seeberger, Leiterin Seminarhaus BruchmattMadeleine Schneider, Sekretariat Helferinnen Schweiz
Wie ein kleines Wunder
Vor etwa 2 Jahren mussten wir im Garten einen Strauch schneiden,der zum grössten Teil verdorrt und krank war. Wir liessen den Stammund die Ast-Verzweigung stehen. Ohne Blätter, ohne Grün, standensie unverändert und wartend da, mehr als ein Jahr. Die Astgabel lockte zur Kreativität. Erika liess sich davon inspirieren und nahm sich derAstgabel an. Mit verschiedenen naturbelassenen Materialien wob sie 8
mit viel Liebe ihr Kunstwerk in die Gabelung. Kurz darauf trieb derStrauch wieder Blätter und umrahmte das Werk. Mir schien es fastwie ein Wunder! Zuwendung kann nicht nur Kranke heilen, sondernauch tot geglaubte Pflanzen zum Leben erwecken!
So gibt es immer wieder Neues im Garten. ImSommer gestaltete Kevin, ein Praktikant der IGArbeit mit Mitarbeitenden einen Sinnesweg, letztes Jahr entstand der Trauerweg. Viel wird anden jährlich 8 Gartentagen von freiwillig Helfenden gearbeitet, es ist eine Freude! Ganz herzlichen Dank!Euch allen wünsche ich eine friedvolle, gesegnete Zeit und ein offenes Herz zum Staunen.

Sr. Maria Bühlmann