Alltag in der Oase Bruchmatt… und darüber hinaus

2013 habe ich keine grossen Sprünge gemacht. Zu meinem Alltag gehören verschiedene interne Aufgaben. Eine davon ist der Gebäudeunterhalt. So wurden die Beschriftungen des Hauses angepasst  bzw.neu gestaltet. Gäste können sich nun leichter orientieren.
Unsere eigenen Oasen-Räume werden regelmässig benutzt: Für denSonntagskaffee nach den Gottesdiensten, Meditationsabende, Exerzitien, internen Sitzungen, Provinztreffen etc. Im Sprechzimmer empfangen wir Menschen, welche ihren Glauben im Alltagsgeschehen reflektieren und dem Wirken Gottes in ALLEM näher kommen möchten.Dieses Unterwegs sein mit Menschen ist ein grosser Reichtum undlässt mich dankbar staunen. 
Freude bereitet mir auch, dass unsere Kapellen Orte sind, wo Menschen auftanken können. So sind zunehmend auch kirchliche Kurse imHaus, z.B. angehende PastoralassistentInnen, welche nach derSchliessung des Priesterseminares in Luzern neu im Seminarhaus ein-und ausgehen, und in unserer OASE zusätzlich die Kapelle als Ort desGebetes und als „Übungsort“ benützen. Zudem finden immer wiederTaufen, Erstkommunion-Vorbereitung, Beerdigungen, Abschiedsfeiernund Konzerte statt, welche zeitlich und räumlich den Wünschen entsprechend gestaltet werden. Unsere Gründerin wollte ja „den MenGeneralkapitel 2013  11
schen helfen“, bei Übergängen da zu sein - mitzuwirken. In der Seitenkapelle brennen Kerzen für kleine und grosse Anliegen.
Mein Wunsch war es, mich nach der Vermietung des Betriebes in derSterbebegleitung zu engagieren. Geboren wurde diese Idee schon vormeinen „Klosterzeiten“, als ich in Australien sechs Monate in einerSterbeklinik, im Calgary-Hospital in Sydney, beeindruckende Erfahrungen machen durfte. Weiter genährt wurde dieser Wunsch währendmeinen Berufsjahren im Kantonsspital Luzern.
Vor kurzem habe ich bei der Caritas Luzern den Grundkurs „Begleitung in der letzten Lebensphase - Schwer Kranke und Sterbende begleiten“ besucht. Zielgruppen waren Freiwillige, Menschen, die in ihrem persönlichen Umfeld einen Menschen begleiten, Personen, die sichvertieft mit Sterben und Tod auseinander setzen wollen, Menschen auspflegerischen, sozialen und seelsorgerlichen Berufen. Während acht Weiterbildungstagen haben wir uns vonverschiedenen Seiten dem Thema angenähert und wurden durch fachkundige, sehr kompetente Kursleitendedurch die Tage geführt. Diese warensehr wertvoll, weil immer wieder persönliche Erfahrungen der Leitendenund der Kursteilnehmenden Platz hatten. Beeindruckend war auch,dem Wert von Ritualen auf die Spur zu kommen, denn, so lernten wir,„Rituale sind Gefässe für Emotionen.“ Und „je tiefer die Liebe, umsotiefer der Trauerprozess.“ Wir alle wissen, der Sterbeprozess ist ein Geheimnis und begleitet unsim eigenen Leben jeden Tag. Bei Sterbenden Da-Sein, ist heiligerDienst. Auf einen Gott vertrauen, der unser Leben liebend empfangenwird, ist Geschenk.

Sr. Rosa Infanger
Bild von Sr. Gabriela von Däniken