„So ist es mit dem Reich Gottes: Ein Mann besäte sein Feld. Als die Saat aufging und wuchs, machte sich auch der Taumellolch, das Unkraut,  breit.  Zur  Erntezeit  brachten  die  Schnitter  das  Korn  in  die Scheune.  Der  Taumellolch  wurde  zusammen  gebunden  und  verbrannt.“

So lautete wohl nach Hermann Venetz* das ursprünglich von JesusErzählte. Die junge christliche Kirche fügte aus ihren hautnah erlebtenAnfeindungen heraus die moralische Deutung mit dem bösen Feindbei. Dieser Wortlaut des Gleichnisses findet sich bei Mt 13, 24-30. Zuerst eine sachliche Erklärung: Hermann Venetz schreibt über dasUnkraut Taumellolch (gekürzt): „So heisst ein besonders hartnäckigesUnkraut in Getreidefeldern. Die spitzen Ähren sind denen des Weizensnicht unähnlich. Die Körner lassensich nicht mehr unterscheiden. WennWeizen-und Taumellolch-Körner vermengt sind, wird das Mehl verdorben.“
Wenn wir hinter das uns bekannteGleichnis mit seiner gut/böse-Moral horchen,fällt uns auf, dass der erfahrene Bauer das Unkraut nicht während des Wachsens ausreisst. Ernimmt in Kauf, dass es zusammen mit dem Weizen wächst. So ist es für ihn im Leben einesAckers. Erst bei der Ernte wird sorgfältig ausgesondert und der jeweiligen Bestimmung zugeführt: in die Scheune oder in den Ofen. Vorherauszureissen wäre unergiebig und zeitraubend. Schauen wir gelassen in uns hinein oder um unsherum, so finden wir überall dieses Gemisch vonFruchtbringendem und Schädlichem, das miteinander und nebeneinander existiert. Wir SIND ein Gemisch von Lebenförderndem und Lebenhinderndem. Wenn wir das wahrnehmen,Weizen Taumellolch  2
ist es ein Zeichen, dass wir LEBENDIG sind. Das Gleichnis fordert unszum Vertrauen auf, dass gerade da mitten drin Reich Gottes ist undwächst. Nicht erst, wenn alles „rein“ ist, wird es kommen, nein jetzt,in diesem Lebensgemisch, ist es da. Mitten im Gemisch von Korn undUnkraut wirkt Gott, ist Gott mit uns, unter uns, wird MenschwerdungWirklichkeit.
Wähle das Leben kann für uns heissen: Sag JA zur Stärke UND zurSchwäche deines Glaubens, deiner Hoffnung, deiner Liebe. Sag JA zudem ineinander verwachsenen Feld von Fruchtbringendem und Unfruchtbarem, das dich ein Leben lang begleitet. In diesem Schmelztiegel der Zwiespältigkeit wirkt Gott. Wir beten im Glaubensbekenntnis: Hinabgestiegen in das Reich desTodes…. „Bevor du dort ankommst, Mensch, bin ich schon da!„
Der erfahrene Bauer weiss, WANN er aussondern muss: auch wir haben unsere Erfahrung im Unterscheiden zwischen hilfreich und unnütz. Wir haben, mehr als wir glauben, ein Gespür für das, was gutemLeben dient und was nicht. Und wir haben das Versprechen, dassGottes Geist uns die Wege weist: „Ich werde euch meinen Geist senden… er wird euch in alle Wahrheit einführen…“ sagt Jesus.
Ein grosser Teil unseres Engagements als Helferinnen geschieht mitdem Wunsch, den Menschen zu helfen, wenn sie die Nebel der Vieldeutigkeit in ihrem Leben auf Gottes Reich hin lichten und sich demZiel ihrer Erschaffung nähern wollen. In diesem Wirken erfahren wiruns und viele andere als Partnerinnen des Schöpfergottes und des befreienden Christus.

Sr. Cécile Eder, Verantwortliche Vizeprovinz Schweiz
* Nachzulesen in Hermann Venetz: “Von Klugen und Dummen, Waghalsigen und Feigenund von einem beispielhaften Gauner”, Patmos-Verlag 1991; siehe auch www.wikipedia.ch „Taumellolch“ 

Aus der weltweiten Helferinnenfamilie

Im August 2013 fanden sich in Paris 50 Delegierte der Helferinnenaus vielen Ländern „Generalkapitel“ zusammen, um eine neue Leitungsequipe zu wählen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.Insgesamt waren fast gleich viel Schwestern und Angestellte im Hintergrund tätig (Sekretariat, Übersetzungen, Gesundheit, Küche, Liturgie, Dekoration, Bibliothek). Während des Kapitels konnten dieSchwestern in aller Welt das Programm und die Inhalte täglich im Internet verfolgen.
Unsere neue Generalleiterin heisst Gudrun Bohle und stammt ausDornbirn. Die weiteren Rätinnen sind aus Frankreich, Ruanda, PuertoRico und Österreich.Die vorherige Generalleiterin, Elisabetta Flick, kehrte nach Italien zurück und arbeitet nun im Auftrag der weltweiten Vereinigung der Ordensleiterinnen in der Equipe gegen Menschenhandel. Eine „Frucht“ des Kapitels ist nun, dass Sr. Anna Brunner anfangs November 2013 für drei Monate nach Indien gegangen ist, wo eineGruppe sehr jungerSchwestern der „älteren Schwester“bedarf. Die Leiterindieser Gruppe wurdenach Paris in die Generalleitung gewählt.Es gilt die Vakanz zuüberbrücken, bis einErsatz gefunden ist.Sr. Anna ist mit vielGlaubensgeist abgereist, ohne genau zuwissen, was sie erwartet. Sie ist dankbar, wenn sie von Herzen begleitet wird!
Die sechs europäischen Provinzleiterinnen treffen sich jedes Jahr, ummiteinander gemeinsame Projekte zu lancieren und auszutauschen. Generalkapitel Paris August 2013  4
Eines dieser Projekte ist, dass sich nächstes Jahr die noch jüngerenSchwestern zum Austausch über unser Charisma im Berufsleben inParis treffen. Die Vorbereitung dieses Treffens geschieht über Skypezwischen Rumänien, Italien, Frankreich und der Schweiz.
In Ruanda geht eine grosse Umwälzung vor sich: nach mehr als hundert Jahren Ausrichtung auf die Französisch-Sprachigkeit und -Kulturwendet sich das Land radikal dem englisch-sprachigen Teil Afrikas zu.Die Länder im Osten Afrikas sind daran, eine WirtschaftsGemeinschaft aufzubauen, dasselbe Geld zubrauchen, es brauchtkeine Visa mehr im Verkehr zwischen Kenia,Ruanda, Uganda, Burundi…. Englisch zusprechen, ist für Berufstätige ein Muss. Dassind Umwälzungen imTGV-Tempo!
Viele von Ihnen, Leserinnen und Lesern, wissen vielleicht, dass wir1953 in China eine grosse Missions-Station (1867 gegründet) lassenmussten. Etwa 100 chinesische Schwestern wurden in Arbeitslager,Zwangsheiraten und in ihre Familie zerstreut. Nach der Öffnung gelang es, erneut Kontakt zu halten. Jetzt leben nur noch drei vonihnen. Die Helferinnen hatten aber vor 1953 zwei einheimische, inzwischen eigenständige Schwestern-Gemeinschaften gegründet. Diesesind jetzt am Aufblühen. Die Freude war gross, als zwei von ihnen beiunserem Generalkapitel auftauchten und mit uns feierten! So lebt dieIdee unserer Gründerin in China weiter!
In der Schweiz sind wir ebenfalls dran, uns Zukunfstfragen zu stellen.Der eine oder andere Gesundheits-Einbruch verlangt Umstellung unddas Zugeständnis, mit Begrenzungen zu leben. Die Zusammenarbeitmit der IG Arbeit im Haus Bruchmatt geht konstruktiv weiter (sieheInterview mit Judith Seeberger). Die Schwestern haben weiterhin einAngebot in der „Oase Bruchmatt“. Die Kapelle des Hauses BruchmattGeneralkapitel 2013  5
wird mehr und mehr genutzt. Die Bilder von Sr. Gabriela von Dänikenim Haus sind in einem Katalog aufgelistet und stehen immer nochzum Verkauf.
Neben den im Haus Bruchmatt angebotenen Programmen und denHebammendiensten von Sr. Maria Bühlmann sind Schwestern weiterhin im Dienst an benachteiligten Menschen tätig: in der Psychiatrie, inder Spitex, und viele im Dienst von Begegnungen, von Zuhören, vonAufspüren von jenen, welche z.B. im Tchibo-Café allein da sitzen undgerne Gesellschaft hätten.

Sr. Cécile Eder

Die IG Arbeit im Haus Bruchmatt

Nicht nur der Schriftzug „Seminarhaus Bruchmatt“ hat sich eingefügtam Eingang des Gebäudes, auch das Team von Fachpersonen und Mitarbeitenden ist hier längst angekommen und führt den Gästebetrieb mit Freude und Engagement. LesenSie das Interview mit Judith Seeberger,Leiterin des Seminarhauses.
Schon fast 3 Jahre führt die InteressenGemeinschaft IG Arbeit denBetrieb im Seminarhaus Bruchmatt.Wie hat sich für dich und die IG Arbeit dieser Übergang gestaltet?JS: Es war sicher eine grosse Herausforderung; einerseits konnten wir viel von denSchwestern übernehmen, andererseits mussten wir alle Arbeits- und Organisationsabläufefür uns und unsere Mitarbeitenden passendkonzipieren. Im Vordergrund steht die Begleitung, die Anleitung und die Befähigung unserer Mitarbeitenden und Klienten.Wir haben den Betrieb ohne Übergangszeit übernommen. Das war eine intensive Zeit für uns Fachpersonen aber auch für unsere Mitarbeitenden. Aberes hat sich alles gut eingespielt, die Auslastung wird kontinuierlich ausgebautund unsere Mitarbeitenden arbeiten gerne im Seminarhaus Bruchmatt.Judith Seeberger  6
Ihr habt zwei Arten von Gästen oder Kunden: an erster Stelledie Mitarbeitenden, die Menschen mit einer Leistungsbeeinträchtigung, deren Wohl euch genauso wichtig ist wie jeneseurer Gäste. Was sind die Herausforderungen dabei?JS: Wir sind mit dem Seminarhaus Bruchmatt ganz bewusst nahe am erstenArbeitsmarkt, also in einem realen Arbeitsumfeld. Eine grosse Herausforderung ist es, diesen Druck und die Hektik nur so an unsere Mitarbeitenden heran zu lassen, dass es sie zwar fordert, aber nicht überfordert. Sicher ist das Wohlwollen gerade unserer Seminargäste da eine willkommene Unterstützung. Nicht selten erhalten wir die Rückmeldung, dass gerade dieses umsichtige Zusammenarbeiten, das ruhige Führen unserer Mitarbeitenden eine Ruhe mit sich bringt, von dem sie als Seminargäste auch profitieren.
Welches Publikum für das Seminarhaus sprecht ihr an?JS: Es sind dies einerseits die Seminarveranstalter: seien dies Anbieter auskirchlichen Kreisen, aus städtischen und kantonalen Verwaltungen oder professionelle Seminarveranstalter. Es werden Kurse und Seminare unterschiedlichster Natur durchgeführt.Andererseits aber natürlich auch Hotelgäste, die ein paar Tage in der schönenStadt Luzern verbringen möchten.Grundsätzlich fühlen sich alle Gäste bei uns wohl, die die gute Lage, denwunderschönen Garten, aber auch diese gewisse Einfachheit des Angebotesschätzen. Und dabei gleichzeitig nicht auf ein professionelles Angebot verzichten müssen.
Gewisse Räume nutzt ihr gemeinsam, die Kapelle wird vonden Schwestern belebt, der Garten wir von ihnen unterhalten. Wie gestaltet sich das „Zusammenleben“ unter einemDach?JS: Es war am Anfang gerade für dieSchwestern nicht immer einfach, ihrHaus in neuen Händen zu sehen. Vieleswird anders erledigt, gewohnte Abläufe sind anders geworden. Aber wir pflegen eine sehr gute Kommunikation mit den Schwestern, haben gewisse Zuständigkeiten klar geregelt und dadurch können auch anfallende Fragenoder Probleme gut gelöst werden. Unserprimäres Ziel ist es, das Haus und dieSommeranlass Schwestern - IG Arbeit  7
Räumlichkeiten in dem sehr guten Zustand zu erhalten, in dem es uns dieSchwestern übergeben haben.
Wir sehen Gäste aus aller Welt ankommen und abreisen. Woher kommen die Leute, wie lange bleiben sie?  JS: Die Seminargäste sind mehrheitlich aus der Schweiz; ganz anders siehtdas bei den Hotelgästen aus: Europäische Gäste auf der Durchreise NordSüd, viele Asiatische Gäste - hier vor allem aus China – aber auch Australier,Kanadier, Südamerikaner finden den Weg ins Seminarhaus Bruchmatt. Diedurchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 1-2 Tage, ganz typisch für ein Hotel in einer Stadt wie Luzern. Die Belegung unterliegt saisonalen Schwankungen und ist sicher über die Sommermonate am besten; aber selbst in denMonaten November – März hat es immer einige Hotelgäste bei uns. Dies istgerade während den Seminar-schwachen Zeiten ein willkommener Ausgleichfür die Vielfalt an Arbeit für unsere Mitarbeitenden.
Was wünschst du dir für die Zukunft für den Betrieb?JS: Vorab wünsche ich mir natürlich, dass wir den Betrieb im SeminarhausBruchmatt weiter führen dürfen. Wir alle fühlen uns wohl hier und sowohl wirFachpersonen als auch die Mitarbeitenden schätzen diesen besonderen Arbeitsplatz, die schöne Lage und die gute Atmosphäre im SeminarhausBruchmatt.Dann wünsche ich mir natürlich, dass wir den Betrieb weiterhin erfolgreichund zur Zufriedenheit aller betreiben können und noch viel mehr Gäste denWeg zu uns ins Seminarhaus Bruchmatt finden werden.
Vielen Dank, Judith, für das Gespräch!
Judith Seeberger, Leiterin Seminarhaus BruchmattMadeleine Schneider, Sekretariat Helferinnen Schweiz
Wie ein kleines Wunder
Vor etwa 2 Jahren mussten wir im Garten einen Strauch schneiden,der zum grössten Teil verdorrt und krank war. Wir liessen den Stammund die Ast-Verzweigung stehen. Ohne Blätter, ohne Grün, standensie unverändert und wartend da, mehr als ein Jahr. Die Astgabel lockte zur Kreativität. Erika liess sich davon inspirieren und nahm sich derAstgabel an. Mit verschiedenen naturbelassenen Materialien wob sie 8
mit viel Liebe ihr Kunstwerk in die Gabelung. Kurz darauf trieb derStrauch wieder Blätter und umrahmte das Werk. Mir schien es fastwie ein Wunder! Zuwendung kann nicht nur Kranke heilen, sondernauch tot geglaubte Pflanzen zum Leben erwecken!
So gibt es immer wieder Neues im Garten. ImSommer gestaltete Kevin, ein Praktikant der IGArbeit mit Mitarbeitenden einen Sinnesweg, letztes Jahr entstand der Trauerweg. Viel wird anden jährlich 8 Gartentagen von freiwillig Helfenden gearbeitet, es ist eine Freude! Ganz herzlichen Dank!Euch allen wünsche ich eine friedvolle, gesegnete Zeit und ein offenes Herz zum Staunen.

Sr. Maria Bühlmann

Von Luzern über Paris nach Indien… und zurück

Im Sommer 2013 durfte ich als von unserer Vizeprovinz Delegiertewährend vier Wochen in Paris das Generalkapitel unserer internationalen Gemeinschaft miterleben. Einige persönliche Eindrücke aus dieser bereichernden Erfahrung:
Die Berichte und Darstellungen der einzelnen Länder/Provinzen habenmich berührt. Wahrheit und Demut sind uns da entgegengekommen.Die jeweiligen Situationen in ihrer Komplexität, im Angesicht vomKleiner-Werden, von globalen Herausforderungen, von Altersbeschwerden usw. mutig anzuschauen – das drückt für mich Hoffnungaus. Hoffnung, die im Glauben an Gottes Wirken gründet. „Stellt euchder Wirklichkeit, und eine Veränderung wird sich ergeben.“ (Antonyde Mello). Auch der Gesamtblick des Generalrates hat die Hand auf schmerzhafte Realitäten gelegt. Wie können und wollen wir unsere Zukunft gestalten, in der grossen Zerstreuung (25 Länder mit rund 500 Schwestern) und der veränderten Altersstruktur? Wie kann Leben lebendigbleiben und eine Sendung verwirklicht werden, ohne dass wir ausser 9
Atem geraten und uns überfordern? Wir haben einen herausfordernden Weg vor uns.
Das Austauschen und Arbeiten an einem internationalen Treffen ist intensiv. Immer wieder warten, bis ein Beitrag übersetzt ist; langsam und klarreden… (Ich habe meine Interventionen im Voraus notiert, denn ein spontanes Reden mit Änderungen und halben Sätzen ist für die Simultanübersetzung schwierig!). Nicht nur die Sprache, auch eine andere Denk- und Ausdrucksweise muss ich einbeziehen.Was steht hinter den Worten an Emotionen, an Erfahrung, Anliegen, Sorge?Das Zuhören und „Dahinterhören“ istauch hier in unserem Alltag eineschwierige Aufgabe, umso mehr in einer internationalen Gruppe! Aber dasGanze bleibt ein Reichtum und weitet das Herz. Es gab auch frohe,lustige Situationen beim Tischtennis-Turnier, beim Boccia-Spiel oderbei Volkstänzen aus verschiedenen Ländern.
Auch Loslassen war angesagt. Zum Beispiel: in den Monaten der Vorbereitung auf das Kapitel wurde oft betont, dass grosse Umbrüchedran seien. Alle Provinzen haben intensiv an Überlegungen und Vorschlägen gearbeitet, dies weckte Erwartungen. Am Kapitel selberspürte ich mehr und mehr, dass grössere Entscheidungen nicht reifsind. Dass es jetzt zwar um eine Klärung der gemeinsamen Ausrichtung geht, aber dass noch viele Begegnungen und Dialoge an der Basis notwendig sind, damit Neuerungen möglichst von allen mitgetragen werden. Es gibt Ängste, geschichtliche Situationen, gegenseitigePrägungen und Verletzungen… So musste ich die Erwartung loslassen, mit klaren, konkreten Entscheidungen zurückzukommen. Mirwurde bewusst, dass ein kollegiales, partizipatives Vorgehen - dassehr gewünscht wurde - viel Zeit und einen langen Atem erfordert.Mit unserer Demokratie haben wir da schon einige Erfahrungen!Kapelle Paris  10
Eine Frucht des Generalkapitels ist, dass ichnun für drei Monate nach Kolkata gehe, umdort eine kleine Gemeinschaft jüngerer indischer Schwestern mit der „Präsenz einerGrossmutter“ zu stützen. Eine diesbezüglicheAnfrage ist in meinem Herzen angekommenund die Gemeinschaft und Provinz haben dazuja gesagt. So versuche ich, darauf zu antworten, so gut es geht. Ich freue mich und binnatürlich auch ein wenig gespannt!

Sr. Anna Brunner

Alltag in der Oase Bruchmatt… und darüber hinaus

2013 habe ich keine grossen Sprünge gemacht. Zu meinem Alltag gehören verschiedene interne Aufgaben. Eine davon ist der Gebäudeunterhalt. So wurden die Beschriftungen des Hauses angepasst  bzw.neu gestaltet. Gäste können sich nun leichter orientieren.
Unsere eigenen Oasen-Räume werden regelmässig benutzt: Für denSonntagskaffee nach den Gottesdiensten, Meditationsabende, Exerzitien, internen Sitzungen, Provinztreffen etc. Im Sprechzimmer empfangen wir Menschen, welche ihren Glauben im Alltagsgeschehen reflektieren und dem Wirken Gottes in ALLEM näher kommen möchten.Dieses Unterwegs sein mit Menschen ist ein grosser Reichtum undlässt mich dankbar staunen. 
Freude bereitet mir auch, dass unsere Kapellen Orte sind, wo Menschen auftanken können. So sind zunehmend auch kirchliche Kurse imHaus, z.B. angehende PastoralassistentInnen, welche nach derSchliessung des Priesterseminares in Luzern neu im Seminarhaus ein-und ausgehen, und in unserer OASE zusätzlich die Kapelle als Ort desGebetes und als „Übungsort“ benützen. Zudem finden immer wiederTaufen, Erstkommunion-Vorbereitung, Beerdigungen, Abschiedsfeiernund Konzerte statt, welche zeitlich und räumlich den Wünschen entsprechend gestaltet werden. Unsere Gründerin wollte ja „den MenGeneralkapitel 2013  11
schen helfen“, bei Übergängen da zu sein - mitzuwirken. In der Seitenkapelle brennen Kerzen für kleine und grosse Anliegen.
Mein Wunsch war es, mich nach der Vermietung des Betriebes in derSterbebegleitung zu engagieren. Geboren wurde diese Idee schon vormeinen „Klosterzeiten“, als ich in Australien sechs Monate in einerSterbeklinik, im Calgary-Hospital in Sydney, beeindruckende Erfahrungen machen durfte. Weiter genährt wurde dieser Wunsch währendmeinen Berufsjahren im Kantonsspital Luzern.
Vor kurzem habe ich bei der Caritas Luzern den Grundkurs „Begleitung in der letzten Lebensphase - Schwer Kranke und Sterbende begleiten“ besucht. Zielgruppen waren Freiwillige, Menschen, die in ihrem persönlichen Umfeld einen Menschen begleiten, Personen, die sichvertieft mit Sterben und Tod auseinander setzen wollen, Menschen auspflegerischen, sozialen und seelsorgerlichen Berufen. Während acht Weiterbildungstagen haben wir uns vonverschiedenen Seiten dem Thema angenähert und wurden durch fachkundige, sehr kompetente Kursleitendedurch die Tage geführt. Diese warensehr wertvoll, weil immer wieder persönliche Erfahrungen der Leitendenund der Kursteilnehmenden Platz hatten. Beeindruckend war auch,dem Wert von Ritualen auf die Spur zu kommen, denn, so lernten wir,„Rituale sind Gefässe für Emotionen.“ Und „je tiefer die Liebe, umsotiefer der Trauerprozess.“ Wir alle wissen, der Sterbeprozess ist ein Geheimnis und begleitet unsim eigenen Leben jeden Tag. Bei Sterbenden Da-Sein, ist heiligerDienst. Auf einen Gott vertrauen, der unser Leben liebend empfangenwird, ist Geschenk.

Sr. Rosa Infanger
Bild von Sr. Gabriela von Däniken 

In eigener Sache

Im Freundesbrief vor einem Jahr haben wir nach einem konzertfähigen Klavier gesucht. Aus der Verwandtschaft einer Schwester wurde uns ein Klavier zugetragen. Wir danken herzlich!
Auch Ihnen, liebe Gönnerinnen und Gönner, Freundinnen und Freunde der Schwesterngemeinschaft der Helferinnen, danken wir an dieserStelle ganz herzlich für Ihr Wohlwollen, Ihre finanzielle oder tatkräftige Unterstützung in diesem und im kommenden Jahr.
Wir sind weiterhin darauf angewiesen, dass Sie unsere Aufgaben in der Schweiz, besonders in der Oase Bruchmatt, unterstützen. Damit leisten Sie aber gleichzeitig einen Beitrag, der uns internationale Solidarität mit dem Institut ermöglicht, sei es durch den Austausch vonSchwestern oder durch Unterstützung von Projekten in andern Provinzen. Die weltweite Solidarität, sei es personell oder finanziell, über dieProvinzen hinaus wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen. Immer mit dem Ziel, unsere Sendung zu leben: „den Menschen helfen,dem Ziel ihrer Erschaffung näher zu kommen.“
Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihr Mittragen unseres Engagements im Dienst an Menschen!

  • Zu der Kursübersicht finden Sie weitere Details unter: www.bruchmatt.ch .
  • Wer Lust hat an den Gartentagen mitzuarbeiten ist herzlich willkommen,es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,041 249 21 87.
  • Wenn Sie an einem Aufenthalt im Ferienhaus der Schwestern in Illgau interessiert sind, wenden Sie sich bitte ebenfalls an Sr. Maria
  • Fotos: Sr. Maria Bühlmann, Sr. Gabriela von Däniken, Verena Rast, Erika Helfenstein, Wikipedia